„Das Internet hat uns damals gerettet“

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Maintal-Betten existiert inzwischen in der dritten Generation. Die langjährige Geschäftsführerin Roswitha Wittmann hat den Betrieb vor zehn Jahren an ihren Sohn Tobias überschrieben. Zusammen mit den beiden Geschäftsführern Torsten Hellmuth und Thomas Goldhammer erinnern sich an stürmische Zeiten und wie sie immer wieder Lösungen gefunden haben.

Torsten Hellmuth hat bei Maintal-Betten vor über 25 Jahren begonnen – im Lager. „Ich wollte eigentlich nicht lange bleiben, sondern nur etwas Geld verdienen“, sagt er heute als Geschäft sführer. „Wir geben jedem eine Chance“, betont Roswitha Wittmann, die ihn damals einstellte. Geschäftsführer Thomas Goldhammer begann im Wendejahr 1990 als Polsterer. „Am ersten Tag dachte ich mir, wo bin ich da nur hingeraten?“ erzählt er lachend. Er erlebte noch Roswitha Wittmanns Vater, ein Macher, impulsiv und resolut. Als Gründer, Vater, Opa und Chef ist er noch allen als starke Persönlichkeit gegenwärtig. Er verstarb 2021 im Alter von 89 Jahren.

Josef Schmidt baute Maintal-Betten zusammen mit seiner Frau Maria aus dem Nichts auf. Roswitha Wittmann erinnert sich noch gut daran. „Mein Vater war gelernter Polsterer und hatte ein unheimliches Gespür für den Trend der damaligen Zeit. Polsterbetten waren in den 70er Jahren stark im Kommen und so ergriff en meine Eltern die Chance, sich 1969 mit der Herstellung von „Französischen Betten“ selbstständig zu machen“. Arbeit und Sorge um das junge Unternehmen bestimmte von da an das Leben der jungen Familie. Wenn in der Firma Schluss war, ging es zuhause mit Büroarbeit weiter. Als junges Mädchen war Roswitha Wittmann bereits eingebunden – oder schlicht notwendig: „Mein Vater stand mit der Zigarre hinter mir und diktierte mir Briefe, die ich auf einer Schreibmaschine im Wohnzimmer tippte.“ Schon bald war klar: Sie würde irgendwann einmal die Firma übernehmen.

Maria und Josef Schmidt bauten das Unternehmen vor 56 Jahren auf.

Maria und Josef Schmidt bauten das Unternehmen vor 56 Jahren auf.

Die Zeit kam dann nach ihrem Studium. „Ich war 22 Jahre alt, als ich in die Firma eintrat – es war eine harte Zeit“, erzählt sie, als sei es gerade erst gewesen. Die Verwaltung und Produktion mussten dem digitalen Zeitalter angepasst werden, die Kommunikation im Betrieb war eher rau. „Am Anfang hat man mich nicht besonders ernst genommen“, sagt sie, „die Mitarbeiter kannten mich ja größtenteils schon als Kind.“

Einige Jahre arbeiteten Vater und Tochter parallel in der Firma. „Ab 1996 war es dann allein mein Job“, so Wittmann. Sie führte Teambesprechungen ein, organisierte den Betrieb neu. Thomas Goldhammer, damals noch Betriebsleiter, erinnert sich gut, wie er die Arbeitsbereiche so ordnete, wie sie heute noch angelegt sind, nämlich in der Reihenfolge, die ein Bett bei der Herstellung nimmt. Die Wege wurden noch kürzer und die Arbeit noch effektiver. „Es dauerte ein paar Jahre, bis ich die Firma nach meinen eigenen Vorstellungen umgestaltet hatte. Jede Generation muss ihren eigenen Stil erarbeiten und das Unternehmen zukunftsstark machen“, resümiert Wittmann.

Fast zwei Jahrzehnte führte und prägte sie das Unternehmen, ehe sie es an ihren Sohn Tobias überschrieb und Torsten Hellmuth und Thomas Goldhammer als weitere Geschäftsführer berief. „Krisen von außen und von innen forderten uns – und machten Maintal-Betten resilient. Wir sind flexibel und können gemeinsam reagieren – dabei ist jeder Mitarbeiter für mich wichtig, egal, an welcher Stelle er arbeitet“, betont Wittmann.

2009 steigt ihr Sohn Tobias nach seinem BWL-Studium in die Firma ein. Er merkt, dass die Firmenstruktur weiter angepasst werden muss. Für ein stabiles Fundament muss Maintal-Betten effizient und kostenbewusst produzieren, die Kundenstruktur muss überdacht werden. Die Versandhäuser haben Maintal-Betten groß gemacht. Otto, Quelle, Neckermann und Baur waren der Rückenwind für den Erfolg. Quelle war als erster großer Kunde sehr bedeutend für das Unternehmen. Roswitha Wittmann erinnert sich an eine lustige Begebenheit aus den Anfangsjahren: Als kleiner Lieferant mit nur wenigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen musste Josef Schmidt den Konzern überzeugen, dass er jederzeit lieferbereit war. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung der Quelle-Abordnung wandte er einen kleinen Trick an. Er „bestach“ ein paar benachbarte Zimmerleute mit Bier und Brotzeit und hatte im Nu ein paar „Mitarbeiter“ mehr vorzuweisen. Als Quelle dann Konkurs anmeldete traf das auch Maintal-Betten. Neckermann ging kurz darauf ebenfalls in die Insolvenz und Maintal verlor innerhalb von 2 Jahren 50% des Umsatzes.

Dazu kam die freiwillige Loslösung vom stationären Möbelfachhandel, der unterm Strich durch teure Messen, Außendienstmitarbeiter
und Verkaufsunterlagen mehr kostete als er einbrachte. Roswitha und Tobias Wittmann rechneten mit ihrem Buchhalter verschiedene Szenarien durch und kamen zu dem Ergebnis, dass es möglich war, mehr Ertrag, ohne den Umsatz des Fachhandels zu erwirtschaften. „Also haben wir die Trennung vom stationären Fachhandel durchgezogen, und zwar innerhalb von 3 Monaten“, sagen sie.

Torsten Hellmuth erinnert sich schmunzelnd: „Ich war im Urlaub, als ich zurückkam, war der Fachhandel weg.“ Die Branche wunderte sich, Maintal-Betten verschwanden aus den Möbelhäusern. Um den verlorenen Umsatz zu kompensieren, setzten Roswitha Wittmann und ihr Sohn auf das Internet.

„Die Shops waren erst am Entstehen, Betten gab es noch sehr wenige im Netz “, erinnern sie sich an diese Zeit. „Wir waren damals einer der ersten Betten-Lieferanten bei fast allen namhaft en Internet-Versendern und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Wir hatten anfangs ein Wachstum von 500 Prozent im Internethandel – das hat uns damals gerettet.“ Tobias Wittmann brachte Nachhaltigkeit und Umweltschutz ins Unternehmen mit. So erzeugt Maintal-Betten schon seit mehr als zehn Jahren seinen Strom mit einem Blockheizkraft – werk und einer Fotovoltaikanlage größtenteils selbst. Die Beleuchtung der Fertigungshallen wurde auf stromsparende LED-Beleuchtung umgestellt und der betriebseigene Fuhrpark mit aerodynamischen Anbauten benzinsparend ausgestattet, um nur einige Maßnahmen zu nennen. Ohne Fachhandel war nun auch der Weg zum eigenen Werksverkauf frei. Die Räume, die ursprünglich für Hausmessen gedacht waren, sind jetzt für alle Kunden offen.

Torsten Hellmuth, Tobias Wittmann und Thomas Goldhammer leiten Maintal-Betten heute – hier stehen sie in der Produktionshalle mit Mehdi Abo Aljadayel.

Torsten Hellmuth, Tobias Wittmann und Thomas Goldhammer leiten Maintal Betten heute – hier stehen sie in der Produktionshalle mit Mehdi Abo Aljadayel.

Mit einem 2-tägigen Event eröffnete 2015 der Fabrikverkauf, der heute ein lukratives Standbein von Maintal-Betten geworden ist. „Der Ansturm war enorm, man kann sich das nicht vorstellen. Wir sind schlicht überrannt worden“, erinnert sich Seniorchefin Wittmann. „Kuchen und Bratwürste waren in kürzester Zeit weg und der Verkauf der Betten aus Bayerns größtem Werksverkauf für Polster- und Boxspringbetten wächst seitdem immer weiter.“

„Das Geheimnis unseres stabilen Erfolges ist unser Team. Wir helfen uns gegenseitig, wenn es viele Aufträge gibt – jeder kann hier alles“, sagt Geschäftsführer Goldhammer. „Jeder bekommt hier eine Chance, wie auch ich immer wieder Chancen bekommen habe. Das möchte ich mit Energie und meiner Arbeitskraft zurückgeben“, sagt Torsten Hellmuth. Und Roswitha Wittmann weiß um die Kraft der kurzen Wege: „Wir sind ein Familienunternehmen. Wir wollen Meinungsvielfalt und schnelle Entscheidungen. So sind wir in der Lage, uns auch nach 56 Jahren immer wieder anzupassen.“ Das hat sie auch ihrem Sohn Tobias weitergegeben. „Von meinem Opa und meiner Mutter habe ich auf jeden Fall gelernt, stets die Augen offenzuhalten, die Zeichen der Zeit zu erkennen, um die Weichen in die richtige Richtung zu stellen“, so Tobias Wittmann.