
Dieses Mal: Marcus Moldan, Inhaber vom Vergölst Reifen- und Autoservice mit zwei Standorten in Coburg, vom Autozentrum Itzgrund auf der Lauterer Höhe, dem Eventraum Rosalie in Coburg-Cortendorf und außerdem seit vielen Jahren Vorstand der Effect`s Coburg.
COBURGER: Sind Sie ein Macher?
Marcus Moldan: Ob man mich als Macher bezeichnet, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Ich sehe mich selbst weniger als den typischen Macher, sondern vielmehr als jemanden, der mit Herzblut anpackt, Dinge voranbringt und Verantwortung übernimmt – ob im Beruf oder im Vereinsleben. Wichtig ist für mich, mit Leidenschaft und Verstand zu handeln und das Beste aus jeder Aufgabe zu machen.
COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?
Marcus Moldan: Wenn mich etwas begeistert, wenn ich für eine Sache brenne, dann kann man sich zu 100% auf mich verlassen. Dann hänge ich mich voll rein, gebe mindestens 100%, oft auch mehr. Egal ob im Beruf oder im Vereinsleben – es geht darum, Verantwortung zu übernehmen, Dinge voranzutreiben und wirklich etwas zu bewegen. Gerade im Vereinsleben bekommt man viel zurück, besonders von den Kindern. Ihre Begeisterung für das Tanzen, unabhängig von Turniererfolgen, inspiriert mich und gibt mir enorm viel zurück. Es ist ein unglaubliches Gefühl zu sehen, wenn die eigene Arbeit Früchte trägt – das ist eine starke Motivation. Auch in meinem Unternehmen spielt das richtige Klima eine große Rolle. Ich will morgens gerne zur Arbeit gehen – und wünsche mir das auch für meine Mitarbeiter. Denn wenn man gemeinsam an einem Ziel arbeitet und jeder mit Überzeugung dabei ist, dann stellt sich der Erfolg fast von selbst ein.
COBURGER: Was macht das Machen aus?
Marcus Moldan: Machen kann man nur etwas, das auch machbar ist. Die Idee muss umsetzbar, konkret und vorstellbar sein – ich bin kein Illusionär oder Träumer. Gleichzeitig braucht es ein hohes Maß an Eigenmotivation, um dranzubleiben, auch wenn es mal schwierig wird. Wer etwas bewegen will, muss bereit sein, viel von seiner Persönlichkeit und vor allem von seiner Zeit zu investieren. Gerade in der Vereinsarbeit kommen in intensiven Wochen schnell 30 Stunden und mehr zusammen – zusätzlich zur Führung meiner eigenen Unternehmen. Aber genau das ist es, was für mich Machen bedeutet: Verantwortung übernehmen, Herausforderungen anpacken und mit voller Energie dabei sein.
COBURGER: Wie ging es los mit dem Machen?
Marcus Moldan: Eigentlich wollte ich Berufsschullehrer werden. Dafür brauchte ich aber Praxiserfahrung und wurde zunächst Werkstattleiter, dann Filial- und schließlich Gebietsleiter einer Reifenhandelskette. Doch irgendwann wurde mir klar: Das ist nicht mein Weg. Ich wollte nicht ständig unterwegs sein, keinen Anzug tragen – ich wollte mein eigenes Ding machen. Also habe ich mich selbstständig gemacht. Das war vor 20 Jahren, und ich habe diesen Schritt nie bereut. Mit Blick auf die junge Generation sehe ich jedoch, dass es heute schwieriger geworden ist, so einen Weg einzuschlagen. Früher war es leichter, sich etwas Eigenes aufzubauen. Heute tun sich Gründer oft schwer, weil Banken kaum noch Finanzierungen vergeben und der Markt zunehmend von großen Ketten und Franchise-Unternehmen dominiert wird. Dadurch bleibt für kleine, individuelle Ideen immer weniger Raum.
COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?
Marcus Moldan: Coburg ist ein toller Standort – aber manchmal stehen wir uns selbst im Weg. Neulich hatte ich einen Kunden aus dem Ausland zu Besuch, und wir waren gemeinsam auf dem Marktplatz. Er sagte: ‚Eine wunderschöne Stadt – mit ungenutztem Potenzial.‘ Und ich glaube, da ist etwas dran. Es gibt hier viele engagierte Menschen und großartige Ideen, aber oft bremsen uns Bürokratie, Vorschriften und lange Entscheidungswege aus. Wer etwas auf die Beine stellen will, muss sich durch einen Dschungel aus Regularien kämpfen. Das nimmt vielen die Motivation, Neues zu wagen. Wir brauchen mehr Pragmatismus und den Mut, Dinge einfach mal möglich zu machen.
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