
Der Schadt-Komplex, ein B-Promi packt zamm“ – so heißt das aktuelle Programm von Andreas Leopold Schadt und dem Autoren Roland Spranger. Es erzählt mit der nötigen Unernsthaftigkeit aus dem Leben eines ehemaligen Tatort-Kommissars, der die Dinge nicht anders sieht, sondern genau so, wie sie sind. Wie sie sich die Menschen nur vage vorstellen können. Begleiten Sie einen B-Promi durch den Sumpf des wirklichen Lebens.
COBURGER: Hey, Dadord!
Schadt: Sehr witzig.
COBURGER: Jetzt landest du auch noch als Bücherwurm zwischen Buchdeckeln, Andy. Unsere LeserInnen haben Fragen.
Schadt: Ich kenn die Fragen schon. Warum macht der Schadt jetzt auch in Comedy? Was ist das überhaupt der Schadt-Komplex? Dreht er jetzt durch, weil er nimmer beim Dadord mitspielt? Und dann wird das ganze Gschmarre jetzt auch noch in gedruckter Form als Buch veröffentlicht? Also auf Papier. Wer liest denn heutzutage noch Bücher? Von B-Promis? Der Hape Kerkeling war wenigstens pilgern, aber ich glaub nicht, dass der Schadt pilgern war, seit er sich selbst beim Dadord entlassen hat.
COBURGER: Roland, warum wolltest du unbedingt mit einem Ex-Dadord-Ermittler zusammenarbeiten für dein neues Buch?
Spranger: Wollte ich doch gar nicht.
Schadt: Also, es war so: In meiner Heimat Hof gibt es eine Bahnhofskneipe namens Kunstkaufhaus. Dort hat er mich jahrelang feiern lassen, während meine Dadorde in einem Art Public-Viewing gezeigt wurden. Dort wurde ich auch erleuchtet, als ich mal beim GWAAF saß. Einer regionalen TalkShow ohne Kameras. Mittendrin fiel der Heilige Lichtkegel auf mich. So ähnlich wie bei den Blues Brothers. Ich unterbrach den kongenialen Autor, Moderator und Lebemann Roland Spranger bei seiner Moderation und fragte ihn auf o ener Bühne: “Hey sach a mol, mogst du mir ned a Programm schreim? Hä? es haste doch schon a mal gemachd, gell?” Spranger, der mit Adrenalin angereichert war, überlegte nicht lang und gab mir direkt eine Zusage. Weil er hatte ja tatsächlich schon mal ein Programm geschrieben. Für einen anderen Schauspieler, der auch aus Hof stammt. Seinem Freund, Thorsten Danner.
Spranger: Genauer gesagt, stammt Danner nicht aus HOF, sondern aus HOFbiber. Das liegt in der Rhön. Nahe Fulda. In seiner Jugend hat er Fußball gespielt und die ganze Jugendabteilung des SV Hofbieber durchlaufen. Das war gute alte Schule. Die haben damals noch Kopfball-Training gemacht. Da hat sich keiner dafür interessiert, was mit dem Hirn eines Vierzehnjährigen beim Kopfball passiert. Wie es im Schädel hin und her schießt, und vorne und hinten gegen die Knochen klatscht. Trotzdem ist aus ihm was Gescheites geworden: Er ist Schauspieler am Staatstheater Nürnberg.
Schadt: Musst du so darauf rumreiten? Er ist auch bloß in Franken gestrandet, oder?
COBURGER: Ich stell mir eure Zusammenarbeit am Buch schwierig vor.
Schadt: Warum denn? Des macht mich fei scho widder aggro…
Spranger: Wir trafen uns ein paar Mal und sprachen über Tatort und Depression. Besonders intensiv war ein nachmittägliches Tre en im Café Vetter in Hof. Eine wirkliche schöne Old-School-Konditorei mit Kaffeeklatsch und guten Torten, aber halt ohne Bratwurst – und die hätten wir beide an diesem Tag dringend gebraucht. Andy und ich tauschten uns hinsichtlich des Textes über ein Jahr regelmäßig aus. Zur Premiere seiner Stand-Up-Comedy-Show kam es am Abend des ersten wirklich warmen Frühlingstags im März 24 im Toxic Toast in Coburg. Tolle Location übrigens. Oben Plattenladen. Unten Bar. Und sie haben ein grandioses Helles: Das Ermetzer Rebell Hell. Das Bayerische Fernsehen war auch da. Ich hab mir das alles in Ruhe mit meinem Hellen angeschaut. In der Show hat Andy dann kaum einen meiner Texte gebraucht. Das war okay. Er lernt nicht gerne Text. Und ich wusste ja schon längst, dass ich ein Buch machen will mit den Geschichten/ Gedanken/Gefühlen, die man so als mittelerfolgreicher aber ambitionierter Schauspieler oder Autor hat. An diesem Abend habe ich das erste Mal die Geschichte des Macbeth-Darstellers gehört, der sich die Füße föhnt. Danach hab ich mir vor lauter Freude noch ein Helles bestellt.
COBURGER: Und wie geht‘s jetzt weiter?
Schadt: Ich weiß nicht, ob ich ins Dschungelcamp gehe… König sein ist nicht schlecht, aber ich bin gerne allein unter der Dusche. Und auf Wildschwein-Sperma oder Kamel-Hirn oder was einem da sonst noch als kulinarische Köstlichkeit angeboten wird, steh ich überhaupt nicht.
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